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Schluss mit den Event-Fans!

Juni 28, 2008 · Keine Kommentare

“Public Viewing” wird für mich immer mehr zum Unwort. Zum Un-Zustand.

Beim Spiel Deutschland-Kroatien saßen wir zusammengekauert auf winzigen Treppenstufen, um noch was sehen zu können. Alle Sofas, Stühle, Tische und sogar Barhocker waren nämlich für “Barbara”, “Heike”, “Sandra” oder “Sandras Freund” reserviert. Ob die auch die Quali geschaut haben? Ich glaube nicht.
Viel nerviger war da die junge Dame neben mir. Bei jedem missglückten Angriff haute sie mit ihrer Deutschlandfahne am goldenen Stöckchen so heftig auf den Boden, dass ich dachte dieser bricht gleich. Hätte sie aber bestimmt gefreut. Dann wäre sie mit treu-doofem Blick zu ihrem Freund und hätte erzählen können, WIE DOLL sie sich doch geärgert hat.

Seitdem gucke ich die EM zuhause. Das Bier ist billiger, der Kommentator zu verstehen, es wird nicht alle drei Minuten irgendein DJ Ötzi-Hütten-Krawumm gespielt und vor allem sind dann nur Menschen dabei, die sich für den Sport interessieren und Ahnung davon haben. Keine Event-Fans, die gestern noch schnell ein T-Shirt mit “Halbzeitschnitte” drauf gekauft haben.

Event-Fans

Balsam für meine geschundene Fan-Seele ist da der Artikel von Philipp Köster von 11 Freunde über eben diese Event-Fans:

“… Ausgestattet mit rudimentärem Basiswissen über Poldi und Schweini und einer Ahnung davon, dass es außer Deutschland noch andere Mannschaften gibt, dazu bedingungslos begeisterungsfähig und bereit, in jede laufende Kamera zu brüllen: »Deutschland, geil, Finale, jaaaahaha«. Kurzum: Fußball war 2006, und ist auch 2008, sportlicher Buddhismus. Man muss ihn nicht verstehen, kann ihn aber trotzdem toll finden. …”

Unbedingt lesenswert - in ganzer Länge hier: http://www.11freunde.de/ballkultur/112613

Kategorien: Life · Medien · Quotations · Sport

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